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  24.09.2017 Ferienhaus Ostsee

Willem

Willem ertrank in einer kinderfreundlichen Ferienanlage
Der Badeunfall passiert am 18.Juli 2010, dem ersten Urlaubstag der Familie van W. aus Holland. Am frühen Nachmittag erreichen sie in der Toskana, auf den Hügeln in der Nähe von Florenz, das Dorf Santo Stefano. Dort befindet sich ein kleines Areal mit Ferienhäusern und auch ihr Urlaubsdomizil, das "Una Fattoria Santo Stefano in Montaione".

Die Pauschalreise buchte die Familie über den Reiseveranstalter Thomas Cook, der die Anlage in seinem Katalog als „kinderfreundlich“ bewirbt.

Willem und seine Schwester trinken nach der Ankunft erst einmal und essen auch eine Kleinigkeit. Dann eilen sie zum Schwimmbecken vor ihrem Ferienhaus. Daneben befindet sich auch der Whirlpool, der dem Jungen zum Verhängnis wird. Der 12jährige legt sich zur Erfrischung in den nur 70 cm tiefen Whirlpool - dass in diesem Pool eine tödliche Gefahr lauert, kann das Kind nicht ahnen.Willem wird mit seinem Bauch an der Ansaugöffnung am Boden festgesaugt und kann nicht mehr an die Wasseroberfläche gelangen. Drei erwachsene Gäste eilen zu Hilfe. Aber es gelingt ihnen auch in den nächsten 30 Minuten nicht, den Jungen aus dem starken Sog der Pumpe zu befreien. Es gibt keinen Notfalltaster zum Abschalten der Pumpen und den Schlüssel für den Technikraum kann das Personal nicht finden. Die Eigentümer des Pools sind zum Unfallzeitpunkt nicht anwesend.

Willem ein sehr guter Schwimmer- ist ertrunken- vor den Augen seiner Familie.

Im August wäre er 13 Jahre alt geworden.

Zurück in Holland beauftragt die Familie eine Rechtsanwältin aus Amsterdam, die inzwischen die Schadenersatzansprüche ihrer Mandanten beim Reiseveranstalter Thomas Cook, geltend gemacht hat.

Die Staatsanwaltschaft in Florenz klagt an- wegen fahrlässiger Tötung.

Die Familieangehörigen von Willem sind Nebenkläger in diesem Strafverfahren. Angeklagt sind die Eigentümer des Ferienhauses. Das Strafverfahren ist beim Tribunale di Firenze in Florenz anhängig. Eine Urteilsverkündung ist für die Familie von Willem noch nicht absehbar. Es kann noch Jahre dauern, bis das Strafverfahren in Italien zum Abschluss kommt.

Willems Großvater Jan Jonker aus den Niederlanden gründete nach dem Unfalltod seines Enkels die Stiftung The Blue Cap Foundation. Vereint entschloss sich die Familie von Willem, mehr für die Sicherheit in den Badeanstalten, Hotelanlagen europaweit zu tun, damit der qualvolle Ertrinkungstod eines Menschen in Zukunft verhindert wird. The Blue Cap Foundation hat ein geeignetes Messverfahren entwickelt, um die Saugkräfte in den Poolanlagen zu messen. Außerdem arbeitet die Stiftung an technischen Lösungen um starken Unterdruck an den Absaugvorrichtungen zu vermeiden. Der Name der Stiftung verweist auf die blaue Mütze, die Willem in der Regel getragen hat. Mehr Infos, Videos und Hinweise zur Stiftung finden Sie unter www.thebluecap.com

Evelyn Wagner
Schmalkalden, den 16.07.2012