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  29.05.2017 Ferienhaus Ostsee

Sarah

Sarah
Der Badeunfall passiert am dritten Urlaubstag im Hotelpool „Berlin Golden Beach“ in Slatni Pjassazi am Goldstrand von Bulgarien. Am 11.07.2011 gegen 10:30 Uhr steht Sarah von ihrer Liege am Strand auf und geht zum Innenpool des Hotels. Als Sarah in dem nur 1,40 Meter tiefen Pool schwimmt, gerät sie zu nah an das Absaugrohr im Becken, bei dem offenbar ein Gitter fehlt. Mit dem Gesäß wird die 13-Jährige angesaugt, der Sog ist für das Mädchen zu stark. Unter Wasser beginnt ein Todeskampf, den Sarah nicht gewinnen kann. Touristen versuchen sie zu reanimieren, nachdem andere Badegäste sie endlich nach ca. 20 Minuten aus dem Sog der Pumpe befreien konnten. Eine halbe Stunde nach dem Unfall wird Sarah mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus der nahe gelegenen Stadt Warna gefahren. Dort wird sie noch bis 22:30 Uhr künstlich beatmet, dann stirbt das Mädchen.
Der Pool war nicht zugelassen! Der stellvertretende Bürgermeister von Warna, Hristo Bozov, bestätigte dem online-Dienst Bild.de „Das Hotel hatte keine gültige Lizenz für den Pool.“
Skandalös: Bereits zwei Jahre zuvor verunglückte im gleichen Hotelpool die damals zehnjährige Steffi aus Nordrhein-Westfalen. Das Mädchen wurde ebenso wie Sarah beim Baden im Innenpool des Hotels „Berlin Golden Beach“ vom Absaugrohr angesaugt, weil auch da ein Schutzgitter vor dem Schacht fehlte. Das Kind konnte sich jedoch in letzter Sekunde befreien und überlebte. Danach verblieb sie noch sieben Tage in einem Krankenhaus in der bulgarischen Stadt Warna. In der Bildzeitung des Axel-Springer-Verlages sprach ITS damals von “menschlichem Versagen”. So wie Sarah und ihr Vater im vergangenen Jahr, hatte auch Steffis Familie aus NRW bei dem Reiseveranstalter ITS gebucht. Die Eltern von Steffi gingen mit Hilfe eines Anwalts gegen das Reiseunternehmen vor. Ein halbes Jahr später zahlte der Reiseveranstalter ITS eine finanzielle Entschädigung an die Familie. Somit wurde der Unfall nicht vor Gericht verhandelt. Erst durch den schrecklichen Tod von Sarah im Juli 2011, kam nun auch der Unfall von Steffi an die Öffentlichkeit. Laut Medienberichten nahm der Reiseveranstalter das Hotel „Berlin Golden Beach“ endlich aus seinem Programm. Zu spät für Sarah.
Im Pool vom Hotel "Aqua Niederlande" Razgrad/ Bulgarien ertrank im Juli 2009 die 12-jährige Iva Hristova. Gegen 16.30 Uhr passierte das Unglück. Iva schwamm zusammen mit ihrem achtjährigen Bruder und vielen Kindern in dem 1,20 Meter tiefen Becken. Sie war eine hervorragende Schwimmerin und wollte an diesem Tag für einen Schwimmwettbewerb trainieren.
Doch das Abdeckgitter im Pool war defekt und die Absaugpumpen waren viel zu stark eingestellt. Das Mädchen geriet in die Nähe des Absaugrohres und wurde durch den starken Sog der Pumpen an der Brust festgesaugt. Auch in diesem Fall konnte das Kind nicht rechtzeitig befreit werden. Die 12-jährige Iva starb im Krankenwagen.
Das zuständige Landgericht in Razgrad/ Bulgarien verurteilte im Dezember 2011 den Geschäftsführer der Hotelanlage "Aqua Niederlande“ wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten. Dieser legte vor Gericht ein Geständnis ab und gab zu, dass er den Pool nur mangelhaft kontrolliert hatte. Ein Jahr und drei Monate Freiheitsstrafe - allerdings ausgesetzt zu drei Jahren auf Bewährung, bekam der technische Leiter der Baufirma "Nola 7". Sein Kollege erhielt ein Jahr und zehn Monate Freiheitsstrafe, ebenfalls ausgesetzt zu drei Jahren auf Bewährung. Den Bauleiter verurteilte das Gericht zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft - ausgesetzt zu vier Jahren auf Bewährung. Seine Mitarbeiterin, Spezialistin für Sanitär-Montagen, wurde zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt - ausgesetzt zu vier Jahren und sechs Monaten auf Bewährung.
Der Unfalltod des Kindes war darauf zurückzuführen, dass der Pool erhebliche, technische Baumängel vorwies und keinerlei Sicherheitsvorschriften beachtet wurden, so das Gericht.
Der Vater des Mädchens I. Hristo sagte nach der Urteilsverkündung: „ Eine Gerichtsentscheidung bringt uns Iva nicht zurück.“
Der Pool im Hotel „Aqua Niederlande“, wurde von der gleichen Baufirma „Nola 7“ aus Sofia gebaut, wie der Pool in dem Sarah im letzten Sommer tödlich verunglückte (Quelle: http://www.btv.bg/news/bulgaria).

Evelyn Wagner,
Schmalkalden, den 01.02.2012